Über Camino

Der Camino Filmverleih hat sich dem Programmkino verschrieben und lässt sich dabei nicht auf Nischen oder Genres festlegen, wohl aber auf Qualitätsanspruch:

IN IHREN AUGEN wurde als bester ausländischer Film 2010 mit dem Oscar prämiert. Das argentinische Drama entdeckten die „Pfadfinder“ aus Stuttgart lange vor dem internationalen Siegeszug des Filmes. Das ist ihrer ständigen professionellen Marktbeobachtung zu verdanken – und ihrem Gespür für besondere Geschichten. Inzwischen folgten Filme wie JACK, der international zahlreiche Publikumspreise erhielt, sowie 2015 die silberne LOLA, LE PASSÉ – das Vergangene, von Kinomagier und Oscarpreisträger Asghar Farhadi, für den Bérénice Bejo in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, KREUZWEG von Dietrich Brüggemann, der in Berlin einen Silbernen Bären entgegennehmen durfte oder der Dokumentarfilm zum Thema Entschleunigung: SPEED – auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Grimme-Preisträger Florian Opitz.

Als 100-prozentige Tochter der Produktionsfirma Niama Film GmbH kennt das Camino-Team das Filmgeschäft auch aus der Sicht der Produzenten. Das Verständnis für die Kunst ist also mit dem für das finanziell Machbare unter einem Dach vereint. Bis zu 11 Spiel- und Dokumentarfilme bringen die Stuttgarter pro Jahr in die Kinos, hinzukommen TV- und Video-Verwertung. Für die Vermarktung seiner Filme greift Camino auf eine gut gepflegte Infrastruktur hinsichtlich Presse, Marketing und Industriepartner zurück.

3 Fragen an Thomas Reisser und Marcus Machura:

Was bedeutet die Verleiharbeit für Camino konkret?

TR: Wir verstehen unter Verleiharbeit eben nicht nur die Vermarktung der uns anvertrauten Filme, sondern auch die frühe und aktive Beratung in allen Phasen der Produktion. Darüber hinaus verstehen wir uns auch als „Steigbügelhalter“ für Projekte, deren kommerzielles Potential – vor allem in Zeiten wie diesen – beschränkt ist.

MM: Wir sehen es als unsere Pflicht, die Vielfalt in unseren Kinos zu erhalten und auch schwierige Themen anzupacken, solange man sich das noch leisten kann, denn anspruchsvolles Arthouse hatte es in den letzten zwei Jahren wirklich schwer

Was ist der ausschlaggebende Grund für die oft sehr frühe Beteiligung an Filmen?

TR: Wir haben uns seit der Gründung von Camino im Jahr 2009 bei den Produzenten einen sehr guten Namen erarbeitet bzw. verdient. Und so kommt es, dass wir von Seiten der Produktion sehr früh zur Mitarbeit an Projekten gebeten werden. In der Regel schon in der Phase der Drehbuch-Arbeit.

MM: Auf diese Weise können wir uns gemeinsam schon früh mit dem Zielpublikum auseinandersetzen und einen konstruktiven Gedankenaustausch anregen. Die Produzenten wissen unsere frühe Mitarbeit nicht nur durch den Finanzierungsvorteil zu schätzen.

Wie werdet ihr als Verleih die Zukunft des Films mit gestalten?

TR: Das Vertrauen eines Verleihers ist heutzutage eine wesentliche Säule der Filmfinanzierung, denn das aktuelle Fördersystem verlangt eine frühe Beteiligung eines Verleihers. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Camino ein verlässlicher Partner der Produzenten und Kreativen ist, so dass wir keinen Mangel an überaus spannenden, mutigen und auch kommerziell interessanten Projekten haben. Leider müssen wir aus Kapazitätsgründen hervorragende Projekte absagen. Ich würde mir wünschen, mit mehr Mitarbeitern mehr Projekte zu ermöglichen. Ein Stück weit konnten wir schon expandieren und eine Stelle komplett neu besetzen, die die Dispo bei uns im Haus übernimmt. Wir merken, dass wir so viel näher an den Kinobetreibern und Zuschauern sind, um unsere kleinen aber wertvollen Filme gegen die großen Produktionen zu behaupten. Wir hoffen auf viele Besucher und gute Geschäfte im Jahr 2017, damit wir – gemeinsam mit dem Deutschen Film – wachsen können.